Obsidian bekommt ein Command Line Interface mit der nächsten Version 1.12. Am vergangenen Wochenende habe ich mich damit etwas gespielt und festgestellt, dass der Nutzen überschaubar gering ist, wenn man nicht häufig auf der Kommandozeile arbeitet.
Anfang Februar hat Obsidian die neue Vorabversion von 1.12 im Rahmen der Catalyst-Lizenzen veröffentlicht. Die zentrale neue Funktion von 1.12 ist ein Command Line Interface (CLI), das es ermöglicht, Obsidian auf der Kommandozeile im Terminal zu betreiben. Zwar ist das technisch durchaus interessant, dennoch ist es eine ziemliche Nischenfunktion und daher eher etwas für Geeks, oder jene, die häufig auf der Kommandozeile arbeiten.
Zunächst muss man die neue CLI-Funktion in den Einstellungen von Obsidian unter Allgemein aktivieren. Es ist auch wichtig zu beachten, dass Obsidian laufen muss, damit das CLI funktioniert. Alles Wissenswerte rund um das neue CLI findet man auf der Hilfe-Seite von Obsidian.
Die Bedienung erfolgt in der Terminal-App, indem man dort einfach obsidian eintippt. Alle Befehle, die man auf der Kommandozeile im Terminal eingibt, werden auch in der grafischen Benutzeroberfläche ausgeführt. Ruft man also im Terminal mit dem Befehl obsidian daily die aktuelle tägliche Notiz auf, bekommt man auf der Kommandozeile recht nüchtern als Bestätigung beispielsweise Opened: Logbuch/2026/2026-02-23.md, während im Hintergrund die Datei in der grafischen Benutzeroberfläche von Obsidian im gerade aktiven Tab geöffnet wird. Fügt man dann einen neuen Inhalt mit dem Befehl daily:append hinzu, kann man diesen danach mit daily:read in der täglichen Notiz im Terminal ansehen.

Während dem Herumspielen mit Obsidian im Terminal hatte ich die Idee, dass es vermutlich witzig wäre, Obsidian mit dem neuen CLI über das Terminal-Plugin gleich direkt in einem Tab auf der Kommandozeile zu bedienen. Ausprobiert habe ich es dann aber nicht mehr. Denn das Konzept von Obsidian auf der Kommandozeile ist mehr als nur gewöhnungsbedürftig und ich habe die grafische Benutzeroberfläche sehr schnell vermisst. Aber vermutlich gehöre ich auch nicht zur Zielgruppe für diese neue Funktion. Denn der Nutzen einer CLI für Obsidian bleibt für mich überschaubar gering – abgesehen von Automationsmöglichkeiten und dem Einsatz von (lokalen) LLMs auf der Kommandozeile* – und ich hätte eigentlich gut darauf verzichten können. Mir wäre es deutlich lieber gewesen, wenn die Entwickler von Obsidian ihre Zeit und Energie in sinnvollere Funktionen wie beispielsweise die Kalenderansicht für Bases, oder das mittlerweile komplett von der Roadmap verschwundene Mobile quick capture investiert hätten, das noch bis vor kurzem unter den geplanten Funktionen gelistet war.
* nachträgliche Ergänzung

Die CLI ist weniger davon gedacht von menschlichen Usern genutzt zu werden, sonderen eher für den Einsatz mit AI-Agenten wie Claude, Codex oder Cursor. Wer seinen Vault mit AI bearbeitet, kann über die CLI deutlich einfacher und Token sparender an Informationen gelangen. Auch Bearbeitungen sind deutlich einfacher, auch wenn das natürlich dank Markdown auch alles direkt auf File Ebene gehen würde.
Damit reagiert Obsidian durch das Feature auf die vollen User, die nach AI-Integrationen rufen. Obsidian bleibt AI frei, gleichzeitig bedient man aber die User mit neuen Tools für ihre Workflows.
Das ist logisch. Was KI-Tools betrifft, sollte man jedenfalls vorsichtig sein, wenn man sie auf die eigenen, teilweise persönlichen Daten loslässt. Muss aber jede und jeder für sich selbst beurteilen.