Produktivität
Schreibe einen Kommentar

Ordner in Obsidian – ganz ohne geht’s doch nicht

Ordner-Obsidian-Titel

Meinen Obsidian‑Vault halte ich fast komplett ordnerlos, doch für größere Projekte erweist sich ein eigener Projektordner mit flacher Unterstruktur als unverzichtbar. Eine gesunde Mischung aus ordnerloser Freiheit und projektbezogenen Ordnern bringt Übersicht und erleichtert die Arbeit.


Im vergangenen Herbst habe ich meinen Obsidian-Vault auf eine ordnerlose Struktur umgestellt. Das war mehr als nur befreiend und beschert meinem Vault seither eine grenzenlose Flexibilität. Zwischendurch habe ich mich im Sommer ein wenig mit einer neuen Ordnerstruktur gespielt. Aber auf die Dauer wurde daraus nichts, denn mit den Ordnern kam auch gleich wieder die Einordnungsproblematik für neue Notizen und Dateien. Also lasse ich auch weiterhin von themenspezifischen Ordnern die Finger und mache es wie Niklas Luhmann, der in seinem Zettelkasten eine thematische Struktur ablehnte und stattdessen eine komplett offene, thematisch nicht begrenzte Form bevorzugte.

Folders are back, baby!

Bei der Arbeit an meinem Obsidian-Buchprojekt habe ich jedoch am eigenen Leib erfahren, dass ein Projektordner durchaus Sinn machen und zwecks besserer Übersicht und Administration sogar notwendig sein kann. Allerdings nur für die dem Projekt zugehörigen Dateien. Alles andere befindet sich weiterhin völlig Ordnerlos in meinem Vault – tägliche Notizen ausgenommen, die im Ordner Logbuch nach Jahren sortiert gesammelt werden. Auch für Vorlagenund das Excalidraw-Plugin ist jeweils ein Ordner erforderlich. Aktuell spiele ich mich auch mit dem Gedanken, in Zukunft einen Ordner mit der Bezeichnung X-Files anzulegen, um Dateianhängen und Grafikdateien (PNG, JPEG, etc.) dort ein Zuhause zu geben.

Auch für die Nutzung von KI und LLMs sind Ordner im Vault eine gute Lösung, weil man die KI dann konkret auf einen Ordner loslassen und mit entsprechenden Regeln auch dort quasi einsperren kann. In einem Video erklären Tiago Forte und Nick Milo die Vorteile solcher Ordner für die KI-Nutzung. Aus diesem Video stammt übrigens auch die Überschrift für diesen Abschnitt.

Flache Hierarchie

Im Ordner für mein Buchprojekt liegen die Dateien, die zum Projekt gehören, allerdings nicht wild durcheinander. Es gibt eine zweite Ebene mit Ordnern für Grafiken bzw. Abbildungen, das Manuskript selbst, Quellen, die ich beim Schreiben genutzt habe und Screenshots.

Struktur des Ordners für mein Buchprojekt
Struktur des Ordners für mein Buchprojekt

Diese flache Ordnerstruktur war bei der Projektarbeit überaus hilfreich, denn damit konnte ich das ansonsten bei vielen Projektdateien rasch entstehende Chaos vermeiden. Direkt im Projektordner befinden sich lediglich zwei Projektnotizen, eine für das Buchprojekt selbst und eine für den Beispielvault, der dem Buch beiliegen wird, sowie das Buchcover und eine PDF-Datei mit verlagsrelevanten vertraglichen Informationen. Die Verbindungen zwischen den Notizen und Dateien können wie gewohnt mit Schlagworten, Links und Backlinks, Bookmarks, gespeicherten Suchabfragen und Strukturnotizen hergestellt werden.

Die tägliche Praxis zeigt also, dass es so ganz ohne Ordner halt doch nicht geht. Vor allem für größere Schreibprojekte ist ein eigener Ordner eventuell sogar mit ein paar Unterordnern hilfreich. Die ideale Ordnerstruktur gibt es allerdings nicht und man sollte immer Strukturen so wählen wie sie für einen selbst, individuell im alltäglichen Workflow am besten passen. Für meine Arbeitsweise ist die Kombination aus nahezu völliger Ordnerlosigkeit und Projektordnern ideal. Das muss aber nicht bedeuten, dass das auch für jede und jeden ebenfalls gut funktioniert.

Quellen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.