Jede und jeder kennt das, wenn eine Besprechung der nächsten folgt, während die Aufgabenliste voll mit lästigen Kleinigkeiten ist und nebenbei der Posteingang überquillt - also ständig neue Aufgaben herein flattern, während man versucht, alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen und man irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Sicherlich ist Inbox Zero eine gute Strategie, sorgt aber dann auch nur dafür, dass die Aufgabenliste noch länger wird. Und apropos Aufgabenliste: selbst das beste Aufgabenmanagement kann in einer solchen Situation überfordernd sein.
Dazu kommt noch, dass an diesen besonders stressigen Tagen der menschliche Körper überdurchschnittliche Mengen an Acetylcholin verbraucht. Das ist ein Neurotransmitter bzw. Botenstoff, der im zentralen Nervensystem primär für die Aufrechterhaltung von Konzentration, Lernen und dem Bilden von Erinnerungen im Gedächtnis verantwortlich ist. Ein ausreichend hoher Acetylcholinspiegel verbessert die kognitive Leistung und wirkt sich positiv auf die Kreativität aus. Auf der anderen Seite bedeutet ein Mangel an Acetylcholin, dass man Schwierigkeiten hat, sich zu fokussieren und an Dinge zu erinnern. Zudem schüttet man, wenn man innerlich unter Druck steht, vermehrt Noradrenalin aus. Ein weiterer Neurotransmitter, der zwar die Einsatzbereitschaft und die Wachsamkeit erhöht, sich aber auf Produktivität und Leistungsfähigkeit, sowie fokussiertes Arbeiten negativ auswirkt.
Eine gute Strategie für solche stressigen Tage ist es, sich nicht gegen die körpereigene Biochemie zu stemmen, die Grenzen der Effektivität zu akzeptieren und in den Effizienzmodus zu wechseln. Und sich damit abzufinden, dass im Effizienzmodus Qualität und der tiefere Sinn der Arbeit in den Hintergrund rücken. Idealerweise plant man für diese Tage keine kreativen Arbeiten mit ein, sondern reserviert vor, zwischen und nach den bereits im Kalender eingetragenen Terminen ein paar Zeitblöcke zum Abarbeiten der vielen kleinen Aufgaben und E-Mails.
Auch ein Spaziergang zwischendurch oder vor dem nächsten Zeitblock zum Abarbeiten hilft dabei, sich mental und physisch auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten, damit man dann in der Lage ist, fokussiert und effizient zu arbeiten. Übrigens wirkt sich auch Koffein positiv auf den Acetylcholinspiegel aus, denn es hemmt den Abbau.