Ein bisschen habe ich über die Nutzung von KI bzw. LLMs in Obsidian in Blogbeiträgen hier und hier schon geplaudert. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind rasend schnell und es gibt bereits die ersten KI-Agenten, mit denen man die eigenen Notizen durchforsten, bearbeiten und zusammenfassen lassen kann. Solche Agenten basieren üblicherweise auf einem LLM und sind in der Lage, verschiedene sprach- oder denkbasierte Aufgaben zu erledigen. Sie unterscheiden sich von den bekannten Chatbots unter anderem dadurch, dass sie bestimmte vorher definierte Skills anwenden können, ohne dass man das für jede Aufgabe aufs Neue mit in das Prompt packen muss. Diese Skills werden meist in einer eigenen Datei gespeichert, auf die der KI-Agent beim Ausführen von Aufgaben zugreift. Für Obsidian hat Steph Ango ein paar solche Agent Skills zusammengestellt, wenn man beispielsweise Claude Code oder Codex CLI auf die eigenen Notizen loslassen möchte.
Es muss einem aber stets bewusst sein, dass die KI-Agenten die Daten, auf die man sie loslässt, durch die Server ihrer Hersteller schleusen, um sie dort auszuwerten und die Aufgabenstellung zu bewältigen – selbst dann, wenn die eigenen Notizen lokal auf der Festplatte des eigenen Rechners liegen. Datenschutztechnisch und was die Privatsphäre betrifft tun sich da meiner Meinung nach Abgründe auf. Wenn man also Cowork, Claude Code & Co. auf die eigenen Notizen loslässt, sollte man sich immer im Klaren darüber sein, dass allfällige persönliche und private Informationen darin den eigenen Rechner verlassen, über fremde Server geschleust und dort ausgewertet werden. Mir ist das unheimlich und daher lasse ich vorerst keine KI-Agenten in meinen Obsidian-Vault. Technisch allerdings finde ich das mehr als nur reizvoll. Vor allem die Möglichkeiten in der Unterstützung bei der monatlichen Vault-Pflege stelle ich mir praktisch vor. Dabei könnte ein KI-Agent beispielsweise auf die korrekte Verschlagwortung der Notizen achten, oder sogar Links zwischen Notizen erzeugen und neue Notizen in das Stichwortverzeichnis aufnehmen. Aber bevor ich solche Aufgaben in meinem Obsidian-Vault einem KI-Agenten anvertraue, muss ich mir tausendprozentig sicher sein können, dass kein einziges Bit aus meinen Notizen meinen Rechner in Richtung eines LLM-Anbieters verlässt.