Projektmanagement
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Zwei Verbesserungsvorschläge für’s (Bau)Projektmanagement

lego-constructionworker-bwFür eine Vielzahl an Projekten sind klassische Projektmanagement-Vorgehensmodelle wie die Wasserfallmethode oder der stage-gate-Prozess durchaus gut geeignet. Es gibt aber auch Verbesserungspotential. Ein Blick ins agile Manifest liefert dazu ein paar inspirierende Gedanken. Zwei Verbesserungsvorschläge sind in diesem Beitrag konkreter skizziert …

Das agile Manifest wurde 2001 von PM-Experten bei einer Tagung in Snowbird im US-Bundesstaat Utha niedergeschrieben. Inhalt des agilen Manifests sind vier Grundprinzipien, die als eine Art Prioritätenmaßstab für eine erfolgreichere Projektsteuerung zu verstehen sind. Und sie machen deutlich, wo die Verbesserungspotentiale für nahezu jedes Projekt schlummern:

  1. Kommunikation: Das erste Prinzip des agilen Manifests prolongiert übersetzt „Individuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge“. Im Zeitalter der digitalen und nahezu an allen Orten möglichen Kommunikation ist die eMail aus dem Projektalltag nicht mehr wegzudenken. Das Verhältnis zu diesem Kommunikationsmedium ist jedoch ambivalent, denn ich bin mir nicht immer sicher, ob es sich dabei um Segen oder Fluch handelt. Jedenfalls mühsam wird es, wenn die eMail als Ersatz für ein persönliches Gespräch verwendet wird. Oftmals wird dann auch noch der cc-Verteiler überstrapaziert, um zu beweisen, dass man seiner Verantwortung gerecht wird. Allerdings befriedigt diese Vorgehensweise höchstens das Sicherheitsbedürfnis des Absenders, aber ist eigentlich ineffektiv. Oftmals wäre es besser, wenn Fragestellungen direkt zwischen den beteiligten Projektmitarbeitern geklärt werden und danach das Ergebnis in einer eMail kurz zusammengefasst und an den relevanten Verteiler übermittelt wird. Das verhindert auch die hohe Anfälligkeit für Missverständnisse, die die schriftliche Kommunikation birgt und fördert zudem die Kooperationsbereitschaft der Projektmitarbeiter – nicht zuletzt auch untereinander.
  2. Änderungsmanagement: Wir Techniker neigen dazu, Strukturen zu schaffen. Im Projektmanagement verhindern zu stark strukturierte Prozesse aber die vielmals notwendige Flexibilität. Sie machen die Projektabwicklung schematisch und starr und lähmen dadurch die Kreativität im Projektteam. Da kommt es dann schon mitunter vor, dass geänderte Anforderungen nicht mehr ins Prozessschema passen und verhindert werden – auch wenn diese vielleicht für den Projekterfolg relevant wären. Gerade bei hoch komplexen Bauvorhaben sind nicht immer alle Anforderungen zu Projektbeginn eindeutig definierbar. Diesen Bauvorhaben ist ja zudem immanent, dass sie über einen relativ langen Zeitraum von mehreren Jahren geplant und ausgeführt werden. Da ist es keine Seltenheit, dass sich Technologien weiterentwickeln und zu Veränderungen an zum Beispiel medizinischen Geräten oder Produktionsgeräten führen. Das bringt mitunter dann auch bauliche Auswirkungen mit sich, auf die angemessen zu reagieren ist. Im agilen Manifest ist das Phänomen der beweglichen Ziele, für die eine Konkretisierung im Laufe des Projektes charakteristisch ist, im vierten Prinzip erfasst: „Die Offenheit für Veränderung ist wichtiger als das Befolgen eines Plans“. Das kann man natürlich auch extrem auslegen und gleich sinnentfremdet behaupten, dass planen feig sei. Oder aber man versteht darunter ein notwendiges Mindestmaß an Flexibilität, das jedes Projekt einfach braucht, um akzeptiert bzw. ein Erfolg zu werden.

Artikelbild: LEGO Construction Worker von 713 Avenue auf flickr.com

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