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Datensicherung am iPad

Datenverlust ist ein Schreckgespenst, dem man lieber nicht begegnen möchte. Für den Verlust von Daten gibt es viele verschiedene Ursachen. Aber nur eine Methode, um im Falle des Falles wieder rasch einsatzfähig sein zu können: die regelmäßige Datensicherung.

Während es am Mac oder am PC vielfältige Möglichkeiten zur routinemäßigen und vor allem regelmäßigen Datensicherung gibt, sind die Möglichkeiten am iPad eher sehr überschaubar. Natürlich kann man Dateien manuell kopieren, aber eine Software wie beispielsweise TimeMachine oder Carbon Copy Cloner sucht man für iPadOS leider vergeblich.
Auch das Speichern der Dateien in Clouddiensten wie iCloud-Drive, Dropbox oder OneDrive ist für die Datensicherung eigentlich keine Lösung.

Auf der Support-Seite von Apple werden für ein Backup eines iPads zwei Möglichkeiten vorgeschlagen: zum einen das iCloud-Backup, das automatisch erstellt werden kann und zum anderen das Backup auf einem Computer. Wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten ist neben dem verfügbaren Speicherplatz die Verschlüsselung des Backups. Letztere ist nämlich nur bei einem Backup auf dem Computer möglich.
Beiden Arten von Backups ist gemeinsam, dass Dateien und Daten die man im iCloud Drive, der Dropbox oder im One Drive speichert, nicht ins Backup inkludiert werden. Genaueres dazu kann man auf den zugehörigen Support-Seiten von Apple nachlesen.
Eine dieser beiden Backup-Möglichkeiten sollte man jedenfalls auf dem iPad aktivierten, aber sie sind bestenfalls eine zusätzliche Ergänzung zu einer datenorientierten Strategie.

So eine datenorientierte Backup-Strategie muss sowohl die lokal am iPad sowie auch die in einem Clouddienst gespeicherten Dateien umfassen. Bei meinen Recherchen habe ich dafür keine geeignete App im App-Store gefunden. Also habe ich mich mit meinen bescheidenen Programmierkenntnissen ans Werk gemacht und einen Kurzbefehl in der gleichnamigen App zusammengebastelt.

Mit diesem Kurzbefehl „Ausgewählte Dateien sichern“ kann man eine oder mehrere Dateien auswählen, die man sichern möchte und der Kurzbefehl fasst diese Dateien dann in einem ZIP-Archiv zusammen, das in einem vorher auszuwählenden Ordner gespeichert wird. Die ZIP-Datei wird nach dem gerade aktuellen Systemdatum benannt. Damit hat man nach mehreren Datensicherungen auch gleich einen Überblick, wann die jeweilige Sicherung erstellt wurde. Anschließend werden die Kopien der ausgewählten Dateien auf Wunsch gelöscht. Die erstellte ZIP-Datei kann danach auf eine externe Festplatte oder einen anderen Cloud-Dienst (z.B. Dropbox) verschoben werden. Zur Datensicherung lässt sich der Kurzbefehl über ein Widget oder eine Homescreen-Verknüpfung bequem aufrufen.

Natürlich ist der Kurzbefehl noch ausbaufähig. Optimal wäre es, wenn der Kurzbefehl selbständig nach den zuletzt geänderten bzw. bearbeiteten Dateien sucht und diese dann in die ZIP-Datei zur Datensicherung kopiert. Das ist mit den von Apple zur Verfügung gestellten Bordmitteln bis jetzt allerdings noch nicht gelungen. Vielleicht klappt das ja in Zukunft mit einem JavaScript in der App Scriptable.
Über eine Automatisierung des Kurzbefehls kann dann beispielsweise die Datensicherung zu einer bestimmten Tageszeit oder bei einem bestimmten Systemereignis (z.B. anschließen eines externen Bildschirms, an dem eine externe SSD angeschlossen ist) automatisch ausgeführt werden.

Die aktuelle Version 1.0 des Kurzbefehls „Ausgewählte Dateien sichern“ kann hier heruntergeladen und auch gerne weiter entwickelt werden. Über Rückmeldungen zu Euren Erfahrungen mit der Datensicherung am iPad generell, dem Kurzbefehl und allfällige Anpassungen oder Weiterentwicklungen freue ich mich in den Kommentaren!

Links vom Wochenende 49/2020

Ausgabe #18 // Woche 49/2020 // 30.11.2020

Das Jahr 2020 biegt allmählich auf die Zielgerade ein. Der November war trotz Lockdown gut ausgefüllt und ließ wenig Zeit für anderes. Dennoch habe ich einiges Interessantes im Internet gefunden. Die besten Fundstücke von meinen Streifzügen durch das Netz (nicht bloß) rund um’s Planen und Bauen verlinke ich hier:

  • Das erste 3D-gedruckte Haus Deutschlands entsteht derzeit in Beckum in Nordrhein-Westfalen. Die Firma HOUS3DRUCK hat das ca. 160 Quadratmeter große Einfamilienhaus komplett nach der BIM-Methode mit Allplan und dem integrierten Parasolid Modellierkern modelliert und druckt das Gebäude derzeit mit einem Portaldrucker im so genannten contour crafting Verfahren, bei dem das ganze Haus schichtweise ohne manuellen Arbeitsaufwand digital gefertigt wird. Das 3D-Drucken führt der Schalungshersteller PERI in Zusammenarbeit mit HeidelbergCement aus, das den Spezialbeton i.tech 3D entwickelt hat, der ohne Schalung aufgetragen werden kann. // Digitalisierung, BIM, 3D-Druck
  • In unserem Nachbarland Deutschland tut sich in Sachen BIM einiges. Einiges mehr, als hierzulande! So hat die deutsche Bundesarchitektenkammer kürzlich einen neuen BIM-Leitfaden veröffentlicht. Darin geht es um die reibungslose Einführung von BIM im Architekturbüro. Auf 80 Seiten beinhaltet der Leitfaden Themen wie Strategie bei der BIM-Einführung, Arbeitsabläufe, erforderliche Büroausstattung, juristische Aspekte und Fortbildungsmöglichkeiten. So einen Leitfaden sucht man auf den Webseiten der österreichischen Interessenvertretungen leider vergeblich: BIM für Architekten – Implementierung im Büro // BIM, Digitalisierung
  • Zwar ist dieser Artikel aus dem März diesen Jahres schon etwas älter, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt. Ein Erfahrungsbericht über die Einführung von BIM auf die harte Tour: A bigBIM Story // BIM, Digitalisierung

Links vom Wochenende ist eine liebevoll von Hand kuratierte Liste subjektiv empfehlenswerter (Hyper)Links ins Netz und erscheint (fast) immer Montags hier im MPM-Blog, also auch im Kalender auf der horizontalen Zeitachse gesehen links vom nächsten Wochenende 😉

Links vom Wochenende 44/2020

Ausgabe #17 // Woche 44/2020 // 26.10.2020

Das Internet war auch in den vergangenen Tagen wieder eine unerschöpfliche Quelle an Informationen. Die besten Fundstücke von meinen Streifzügen durch das Netz (nicht bloß) rund um’s Planen und Bauen verlinke ich hier:

  • Ein Start-Up aus den Oakland in Kalifornien druckt Häuser mit einem 3D-Drucker. Dafür verwenden die Amerikaner einen künstlichen Stein, das Light Stone Material (LSM), das nach Angaben des Unternehmens leistungsfähiger als Beton sein soll. Das Thermoset Composition wird während der Produktion wird mit UV-Licht bestrahlt, was den Aushärtungsprozess des Glas-Karbon-Faser-Materials beschleunigen und verbessern soll. 33 Quadratmeter können in 24 Stunden gedruckt werden, wobei 80% des Produktionsprozesses automatisch durchgeführt werden. Im Sortiment gibt es verschiedene Module und Größen, aus denen man sich ein Haus zusammenstellen kann: Mighty Buildings // Digitalisierung, 3D-Druck
  • BIM direkt auf der Baustelle mit AR sichtbar machen. Diesem Thema hat sich das Unternehmen GAMMA Technologies aus Luxemburg angenommen und dafür eine App für Smartphone und Tablets entwickelt: GAMMA AR // BIM, Digitalisierung
  • Mit der Fotoaufmaß-App des BKI können direkt aus dem Foto eines Bestandsgebäudes Maße entnommen werden, beispielsweise an der Fassade. Damit ist es möglich, die Planungssicherheit bei Sanierungs- und Umbauprojekten zu erhöhen. Die jüngste Version 10 der Software ist mit einer 3D-Funktion sowie einem DXF- und einem XLS(X)-Export ausgestattet: BKI-Fotoaufmaß 10 // Digitalisierung, Bestandsaufmaß
  • Das Statistische Bundesamt in Deutschland hat die Studierendenzahlen für Bauingenieurwesen aus dem Jahr 2019 ausgewertet. Weiterhin rückläufig ist die Zahl der Studienanfänger, zugleich ist der Frauenanteil unter den Studierenden im Bauingenieurwesen auf fast ein Drittel gestiegen und es haben mehr als 10.000 Studierende ihren Abschluss geschafft: 2019: Über 10.000 Bauingenieure absolvieren Studium // Ausbildung, Studium

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Erinnerungen kritzeln

In iPadOS 14 hat Apple einer alten Funktion neues Leben eingehaucht: der Handschrifterkennung. Im neuen Betriebssystem heißt diese Handschrifterkennung jetzt Scribble bzw. auf Deutsch Kritzeln. Besitzer eines Apple Newton aus den 1990er-Jahren werden sich noch gut daran erinnern. Denn der Newton (eigentlich Message Pad, weil Newton hieß damals das Betriebssystem dieses Geräts) konnte das schon recht gut.

Am iPad ist diese Funktion nun seit Version 14 von iPadOS wieder mit an Bord. In der Notizen-App kann man Scribble recht vielfältig nutzen. Zum einen werden von Hand gezeichnete Formen wie Kreise, Dreiecke und Rechtecke in geometrisch einwandfreie Figuren umgerechnet. Zum anderen kann man handschriftliche Notizen über den neuen Kontext-Menübefehl „Als Text kopieren“ in maschinenlesbaren Text umwandeln.
An anderen Stellen wartet die Scribble-Funktion ebenfalls auf handschriftliche Eingaben mit dem Apple Pencil. Zum Beispiel in Suchfeldern und im Adressfeld von Safari zur Eingabe von Suchbegriffen oder Webadressen.

Apple stellt diese Funktion auch Entwicklern zur Integration in deren Apps zur Verfügung. Deshalb tummeln sich derzeit viele Apps im App-Store, die diese Funktion bereits implementiert haben. Aber auch Apples hauseigene Apps können damit umgehen. In Erinnerungen, der vielfach unterschätzten Aufgabenliste, klappt mit Scribble nicht nur die Eingabe von Suchbegriffen, sondern auch das Anlegen neuer Aufgaben. Dazu muss man einfach nur irgendwo in der Erinnerungen-App in einem freien Bereich mit dem Stift zu schreiben beginnen und schon werden die handgeschriebenen Buchstaben erkannt und in Text umgewandelt, der automatisch als neue Aufgabe interpretiert wird.

Bei aller Begeisterung würde ich allerdings lange Texte mit der Scribble-Funktion nicht unbedingt schreiben wollen. Zum einen schreibe ich seit meiner Mittelschulzeit in Blockbuchstaben, wie es sich für einen Bauingenieur gehört ;-). Und Scribble tut sich mit Blockbuchstaben (und meiner Sauklaue) dann doch recht schwer. Zum anderen ist die Unterstützung der deutschen Sprache in der Scribble-Funktion noch etwas rückständig. Deshalb kann man auf einem iPad, auf dem Deutsch als Systemsprache eingestellt ist, Scribble auch nur über einen kleinen Umweg aktivieren. Zuerst in den Einstellungen unter „Allgemein“ > „Tastatur“ > „Tastaturen“ eine englische Tastatur hinzufügen. Dann erscheint ebenfalls in den Einstellungen unter „Apple Pencil“ die Einstellmöglichkeit „Kritzeln“, die man nun aktivieren kann. Es ist empfehlenswert, das interaktive Tutorial unter „Kritzeln ausprobieren“ durchzuspielen, damit man die Funktionsweisen genauer verstehen kann. Auch wenn Scribble noch viel Entwicklungspotential hat, so bietet diese Funktion am iPad eine intuitive Methode zur Texteingabe mit Stift und man muss den Stift nun nicht mehr aus der Hand legen oder irgendwie zwischen den Fingern einklemmen, während man über die Bildschirmtastatur eine Eingabe tippt.

Buch-Tipp: Psychologisches Projektmanagement

Projekte sind nicht nur einmalige, zeitlich begrenzte, interdisziplinäre und komplexe Vorhaben, sie sind vor allem auch eines: soziale Systeme. Genau darum geht es im neuen Buch über Psychologisches Projektmanagement von Leif Rogell.

Das Buch beginnt mit einer Einführung in das Projektmanagement und die Entstehung moderner Projektmanagementmethoden. In den darauf folgenden Kapiteln geht es um Projektteams, wie sie funktionieren, welche Gruppenrollen und -normen es in Projektteams gibt, bis hin zu Motivation, Störfaktoren und Beziehungen in Projektteams.
Im zweiten Teil des Buches werden unter anderem Themen wie Projektkultur und Leadership für Projektleiter näher beleuchtet. Ein interessantes Kapitel über virtuelle Projektteams bildet den Abschluss.
Am Ende eines jeden Kapitels fasst der Autor kurz und knackig die wesentlichen Aspekte zusammen.

Besonders gut gefallen hat mir beim Lesen des Buches das Rollenverständnis eines Projektmangers im Sinne eines servant Leaderships im Konnex mit der Besonderheit, dass Projektmanager Verantwortung für das jeweilige Projekt und das Projektteam übernehmen, meist jedoch ohne unternehmensorganisatorisch mit Weisungsbefugnissen resp. Autorität ausgestattet zu sein. Daher ist es durchaus wichtig, dass ein Projektmanager darüber bescheid weiß, wie ein Projekt als soziales System funktioniert, um sein Projektteam optimal unterstützen zu können und die eigene Rolle im Projektteam im Sinne eines servant Leadership auszufüllen.

Das 252 Seiten umfassende Buch richtet sich an Projektmanager und Führungskräfte, die die Menschen und Teams besser verstehen möchten.
Es ist im BoD-Verlag erschienen, im gut sortierten Fachhandel, auf der Website des Autors oder jener des Verlages und in allen sonstigen Online-Buchhandlungen erhältlich.