Neueste Artikel

Digitaler Minimalismus

Soziale Netzwerke prägen mittlerweile seit einem Jahrzehnt die Medienlandschaft und das Konsumverhalten unserer Gesellschaft. Mit dem Sammeln und Tracking von Nutzerdaten, sowie der dadurch ermöglichten, zielgerichteten Werbung werden Milliarden an Umsätzen generiert. Viele Stunden am Tag verbringen Jung und Alt damit, ihre Chats auf WhatsApp zu checken, die neuesten Stories auf Instagram zu bestaunen oder die Kauflust steigernde Videos auf YouTube anzusehen. Stunden, die abseits des verlockenden digitalen Geflunkers nicht bloß vielleicht produktiver genutzt werden können. Was im Sommer 2018 zunächst als digital-sozialer Eskapismus begann, ist heute, drei Jahre später für mich eine grundlegende Haltung in Form eines digitalen Minimalismus geworden.

Weiterlesen

Drei Wünsche für iPadOS 15

Es ist wieder soweit! Die WWDC steht vor der Tür. Am kommenden Montag wird Apple den Schleier um die kommenden Betriebssysteme für iPad, Mac, iPhone & Co. lüften. Im letzten Jahr hatte ich schon drei Wünsche für iPadOS 14. Die sind allesamt nicht wirklich in Erfüllung gegangen, auch nicht mit den nachfolgenden Punkt-Release‘s. Daher sind in diesem Jahr meine Erwartungen noch viel größer. Aber nicht nur deshalb, sondern weil Apple uns mit dem neuen iPad Pro 2021 mit dem M1-Chip, XDR-Display und Thunderbolt-Schnittstelle so richtig lange Zähne gemacht hat. Es fordert quasi mehr Pro-Funktionalität und zwar nicht nur für Video- und Fotobearbeitung. Genau da setze ich meine diesjährigen drei Wünsche für iPadOS 15 an bzw. fort:

Weiterlesen

iPad(OS) Manöverkritik

Als ich im letzten September den Artikel über das aktuelle iPad Pro und die Software für iPadOS im Standard las, musste ich darüber noch schmunzeln und schob die Gedanken beiseite, dass ich das iPad Pro vielleicht überbewertet habe. Aber die Feststellung, dass das iPad hardware-technisch mittlerweile ein durchaus tauglicher Computer-Ersatz geworden ist, dessen Möglichkeiten jedoch durch unzureichende Software bei Weitem nicht ausgeschöpft werden können, ließ mich seither nicht mehr los. Und jetzt hat Apple diese Woche bei seinem Frühlings-Event nochmal nachgelegt – und zwar kräftig! Aber macht das Sinn, stets nur die Hardware zu pushen und bei der Software zu schwächeln? Dazu ein paar Gedanken …

Weiterlesen

Hör-Tipp: DBZ-Podcast

Vor ein paar Jahren (unglaublich, wie die Zeit vergeht) habe ich hier im Blog schon einmal ein paar Podcasts vorgestellt, die ich gerne höre. In der Zwischenzeit hat sich meine Playlist natürlich verändert und es sind ein paar Podcasts weg und dafür andere dazu gekommen. Relativ neu in meiner Playlist ist der DBZ-Podcast. Seit April 2020 gibt die Deutsche BauZeitschrift regelmäßig alle 14 Tage einen Podcast rund um’s Planen und Bauen heraus.

Der Podcast wird in Form eines Interviews zum jeweiligen Thema der Sendung produziert. Die gesamte Redaktion der DBZ ist dabei mit eingebunden und so wechseln nicht nur die Interviewpartner, sondern auch immer wieder die Podcast-Hosts. Abgesehen von der manchmal etwas holprigen Audioqualität kommt der Podcast recht frisch und unkompliziert rüber. Die Themen sind durchaus interessant, selbst wenn der Titel mal auf den ersten Blick langweilig erscheint. Besonders spannend fand ich bisher die Folgen über disruptive Trends in der Architektur infolge der Digitalisierung, das Berliner Stadtschloss, hybride Tragwerke und das Interview mit Michael Braungart.

Die neue Ö-Norm B 1801-1

Am ersten Februar diesen Jahres ist eine aktualisierte Version der Ö-Norm B 1801-1 Bauprojekt- und Objektmanagement – Objekterrichtung erschienen. Die auf den ersten Blick eher unscheinbar und kosmetisch wirkenden Änderungen gegenüber der Vorgängerversion vom Dezember 2015, entpuppen sich erst beim genaueren Hinsehen.

Die wohl wesentlichste Neuerung ist die Aufnahme der fünf Projektphasen eines Bauprojekts in die Planungssysteme für Qualitäten, Kosten und Termine. In den Übersichtsgrafiken zu den Planungssystemen klaffen nun keine Lücken mehr zwischen Entwurfs- und Ausführungsphase und sind auch die Entwicklungs- und Vorbereitungsphasen klar und unmissverständlich zugeordnet.

Planungssystem nach Abb. 1 der Ö-Norm B 1801-1:2021

Die Aufnahme der Vorgaben für die im Projektverlauf zunehmende Genauigkeit von Kostenplänen stellt eine lange erwartete, in Hinkunft viele Diskussionen ersparende und daher sinnvolle Ergänzung dar. Die in der Norm vorgeschlagenen Schwankungsbreiten sind jedoch für den baupraktischen Alltag etwas zu hoch angesetzt.

Im Planungssystem Termine wurden in den Stufen der Terminplanung nun auch die jeweils zu erstellenden bzw. zugehörigen Terminpläne ergänzt. Dass allerdings ein Steuerungsterminplan sowohl als Grobterminplan und als Genereller Ablaufplan verstanden werden kann, liest sich noch etwas wie eine Kompromisslösung und sollte bei der nächsten Aktualisierung der Norm klarer und unmissverständlicher formuliert werden. Zumindest sind die in der Praxis gängigen Terminpläne (Rahmenterminplan, Steuerungsterminplan, Planungsterminplan, Vergabeterminplan, Ausführungsterminplan und Inbetriebnahmeterminplan) in der aktuellen Fassung der Norm einigermaßen brauchbar zugeordnet.

Die bisherige Anlagegliederung wurde in Objektgliederung umbenannt, was meiner Meinung nach schon vom Begriff her klarer wiedergibt, worum es geht. Die etwas unglücklichen Bezeichnungen Baugliederung, mit der eigentlich die Elementgliederung gemeint ist und Leistungsgliederung, die für die den Leistungsgruppen ähnliche Struktur steht, sind unverändert geblieben. In der Baugliederung wurde die Strukturtabelle in der Norm für jedes Element um eine Bezugseinheit und Bezugsgröße für die Berechnung ergänzt.

Der Gliederungsvorschlag für die Dokumentation wirkt nach wie vor unbeholfen – insbesondere im Hinblick auf eine as-built-Dokumentation mit BIM. Für die Dokumentation wäre in Hinkunft ein eigener Teil der B 1801-Normenfamilie sinnvoll.

Das Kennzahlensystem wurde umfassend überarbeitet und lehnt sich nun an die Ö-Norm B 1801-5 an. Bisher schwammige Kennwerte wie Materialkennwert oder Ökologiekennwert sind durch eindeutig mess- und berechenbare Kennzahlen, wie beispielsweise die Kostenkennzahlen für den Lebenszyklus oder die Effizienzkennzahlen zur Flächenausnutzung ersetzt worden.

Neben alledem gibt es eine deutlich übersichtlichere Darstellung des Inhaltsverzeichnisses, etwas mehr und umfangreichere Begriffsdefinitionen und einen erweiterten Anhang, der neben mehr Beispielen für die Terminplanung auch exemplarische Kostenpläne beinhaltet.