Neueste Artikel

Hör-Tipp: DBZ-Podcast

Vor ein paar Jahren (unglaublich, wie die Zeit vergeht) habe ich hier im Blog schon einmal ein paar Podcasts vorgestellt, die ich gerne höre. In der Zwischenzeit hat sich meine Playlist natürlich verändert und es sind ein paar Podcasts weg und dafür andere dazu gekommen. Relativ neu in meiner Playlist ist der DBZ-Podcast. Seit April 2020 gibt die Deutsche BauZeitschrift regelmäßig alle 14 Tage einen Podcast rund um’s Planen und Bauen heraus.

Der Podcast wird in Form eines Interviews zum jeweiligen Thema der Sendung produziert. Die gesamte Redaktion der DBZ ist dabei mit eingebunden und so wechseln nicht nur die Interviewpartner, sondern auch immer wieder die Podcast-Hosts. Abgesehen von der manchmal etwas holprigen Audioqualität kommt der Podcast recht frisch und unkompliziert rüber. Die Themen sind durchaus interessant, selbst wenn der Titel mal auf den ersten Blick langweilig erscheint. Besonders spannend fand ich bisher die Folgen über disruptive Trends in der Architektur infolge der Digitalisierung, das Berliner Stadtschloss, hybride Tragwerke und das Interview mit Michael Braungart.

Die neue Ö-Norm B 1801-1

Am ersten Februar diesen Jahres ist eine aktualisierte Version der Ö-Norm B 1801-1 Bauprojekt- und Objektmanagement – Objekterrichtung erschienen. Die auf den ersten Blick eher unscheinbar und kosmetisch wirkenden Änderungen gegenüber der Vorgängerversion vom Dezember 2015, entpuppen sich erst beim genaueren Hinsehen.

Die wohl wesentlichste Neuerung ist die Aufnahme der fünf Projektphasen eines Bauprojekts in die Planungssysteme für Qualitäten, Kosten und Termine. In den Übersichtsgrafiken zu den Planungssystemen klaffen nun keine Lücken mehr zwischen Entwurfs- und Ausführungsphase und sind auch die Entwicklungs- und Vorbereitungsphasen klar und unmissverständlich zugeordnet.

Planungssystem nach Abb. 1 der Ö-Norm B 1801-1:2021

Die Aufnahme der Vorgaben für die im Projektverlauf zunehmende Genauigkeit von Kostenplänen stellt eine lange erwartete, in Hinkunft viele Diskussionen ersparende und daher sinnvolle Ergänzung dar. Die in der Norm vorgeschlagenen Schwankungsbreiten sind jedoch für den baupraktischen Alltag etwas zu hoch angesetzt.

Im Planungssystem Termine wurden in den Stufen der Terminplanung nun auch die jeweils zu erstellenden bzw. zugehörigen Terminpläne ergänzt. Dass allerdings ein Steuerungsterminplan sowohl als Grobterminplan und als Genereller Ablaufplan verstanden werden kann, liest sich noch etwas wie eine Kompromisslösung und sollte bei der nächsten Aktualisierung der Norm klarer und unmissverständlicher formuliert werden. Zumindest sind die in der Praxis gängigen Terminpläne (Rahmenterminplan, Steuerungsterminplan, Planungsterminplan, Vergabeterminplan, Ausführungsterminplan und Inbetriebnahmeterminplan) in der aktuellen Fassung der Norm einigermaßen brauchbar zugeordnet.

Die bisherige Anlagegliederung wurde in Objektgliederung umbenannt, was meiner Meinung nach schon vom Begriff her klarer wiedergibt, worum es geht. Die etwas unglücklichen Bezeichnungen Baugliederung, mit der eigentlich die Elementgliederung gemeint ist und Leistungsgliederung, die für die den Leistungsgruppen ähnliche Struktur steht, sind unverändert geblieben. In der Baugliederung wurde die Strukturtabelle in der Norm für jedes Element um eine Bezugseinheit und Bezugsgröße für die Berechnung ergänzt.

Der Gliederungsvorschlag für die Dokumentation wirkt nach wie vor unbeholfen – insbesondere im Hinblick auf eine as-built-Dokumentation mit BIM. Für die Dokumentation wäre in Hinkunft ein eigener Teil der B 1801-Normenfamilie sinnvoll.

Das Kennzahlensystem wurde umfassend überarbeitet und lehnt sich nun an die Ö-Norm B 1801-5 an. Bisher schwammige Kennwerte wie Materialkennwert oder Ökologiekennwert sind durch eindeutig mess- und berechenbare Kennzahlen, wie beispielsweise die Kostenkennzahlen für den Lebenszyklus oder die Effizienzkennzahlen zur Flächenausnutzung ersetzt worden.

Neben alledem gibt es eine deutlich übersichtlichere Darstellung des Inhaltsverzeichnisses, etwas mehr und umfangreichere Begriffsdefinitionen und einen erweiterten Anhang, der neben mehr Beispielen für die Terminplanung auch exemplarische Kostenpläne beinhaltet.

Datensicherung am iPad

Datenverlust ist ein Schreckgespenst, dem man lieber nicht begegnen möchte. Für den Verlust von Daten gibt es viele verschiedene Ursachen. Aber nur eine Methode, um im Falle des Falles wieder rasch einsatzfähig sein zu können: die regelmäßige Datensicherung.

Während es am Mac oder am PC vielfältige Möglichkeiten zur routinemäßigen und vor allem regelmäßigen Datensicherung gibt, sind die Möglichkeiten am iPad eher sehr überschaubar. Natürlich kann man Dateien manuell kopieren, aber eine Software wie beispielsweise TimeMachine oder Carbon Copy Cloner sucht man für iPadOS leider vergeblich.
Auch das Speichern der Dateien in Clouddiensten wie iCloud-Drive, Dropbox oder OneDrive ist für die Datensicherung eigentlich keine Lösung.

Auf der Support-Seite von Apple werden für ein Backup eines iPads zwei Möglichkeiten vorgeschlagen: zum einen das iCloud-Backup, das automatisch erstellt werden kann und zum anderen das Backup auf einem Computer. Wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten ist neben dem verfügbaren Speicherplatz die Verschlüsselung des Backups. Letztere ist nämlich nur bei einem Backup auf dem Computer möglich.
Beiden Arten von Backups ist gemeinsam, dass Dateien und Daten die man im iCloud Drive, der Dropbox oder im One Drive speichert, nicht ins Backup inkludiert werden. Genaueres dazu kann man auf den zugehörigen Support-Seiten von Apple nachlesen.
Eine dieser beiden Backup-Möglichkeiten sollte man jedenfalls auf dem iPad aktivierten, aber sie sind bestenfalls eine zusätzliche Ergänzung zu einer datenorientierten Strategie.

So eine datenorientierte Backup-Strategie muss sowohl die lokal am iPad sowie auch die in einem Clouddienst gespeicherten Dateien umfassen. Bei meinen Recherchen habe ich dafür keine geeignete App im App-Store gefunden. Also habe ich mich mit meinen bescheidenen Programmierkenntnissen ans Werk gemacht und einen Kurzbefehl in der gleichnamigen App zusammengebastelt.

Mit diesem Kurzbefehl „Ausgewählte Dateien sichern“ kann man eine oder mehrere Dateien auswählen, die man sichern möchte und der Kurzbefehl fasst diese Dateien dann in einem ZIP-Archiv zusammen, das in einem vorher auszuwählenden Ordner gespeichert wird. Die ZIP-Datei wird nach dem gerade aktuellen Systemdatum benannt. Damit hat man nach mehreren Datensicherungen auch gleich einen Überblick, wann die jeweilige Sicherung erstellt wurde. Anschließend werden die Kopien der ausgewählten Dateien auf Wunsch gelöscht. Die erstellte ZIP-Datei kann danach auf eine externe Festplatte oder einen anderen Cloud-Dienst (z.B. Dropbox) verschoben werden. Zur Datensicherung lässt sich der Kurzbefehl über ein Widget oder eine Homescreen-Verknüpfung bequem aufrufen.

Natürlich ist der Kurzbefehl noch ausbaufähig. Optimal wäre es, wenn der Kurzbefehl selbständig nach den zuletzt geänderten bzw. bearbeiteten Dateien sucht und diese dann in die ZIP-Datei zur Datensicherung kopiert. Das ist mit den von Apple zur Verfügung gestellten Bordmitteln bis jetzt allerdings noch nicht gelungen. Vielleicht klappt das ja in Zukunft mit einem JavaScript in der App Scriptable.
Über eine Automatisierung des Kurzbefehls kann dann beispielsweise die Datensicherung zu einer bestimmten Tageszeit oder bei einem bestimmten Systemereignis (z.B. anschließen eines externen Bildschirms, an dem eine externe SSD angeschlossen ist) automatisch ausgeführt werden.

Die aktuelle Version 1.0 des Kurzbefehls „Ausgewählte Dateien sichern“ kann hier heruntergeladen und auch gerne weiter entwickelt werden. Über Rückmeldungen zu Euren Erfahrungen mit der Datensicherung am iPad generell, dem Kurzbefehl und allfällige Anpassungen oder Weiterentwicklungen freue ich mich in den Kommentaren!

Links vom Wochenende 49/2020

Ausgabe #18 // Woche 49/2020 // 30.11.2020

Das Jahr 2020 biegt allmählich auf die Zielgerade ein. Der November war trotz Lockdown gut ausgefüllt und ließ wenig Zeit für anderes. Dennoch habe ich einiges Interessantes im Internet gefunden. Die besten Fundstücke von meinen Streifzügen durch das Netz (nicht bloß) rund um’s Planen und Bauen verlinke ich hier:

  • Das erste 3D-gedruckte Haus Deutschlands entsteht derzeit in Beckum in Nordrhein-Westfalen. Die Firma HOUS3DRUCK hat das ca. 160 Quadratmeter große Einfamilienhaus komplett nach der BIM-Methode mit Allplan und dem integrierten Parasolid Modellierkern modelliert und druckt das Gebäude derzeit mit einem Portaldrucker im so genannten contour crafting Verfahren, bei dem das ganze Haus schichtweise ohne manuellen Arbeitsaufwand digital gefertigt wird. Das 3D-Drucken führt der Schalungshersteller PERI in Zusammenarbeit mit HeidelbergCement aus, das den Spezialbeton i.tech 3D entwickelt hat, der ohne Schalung aufgetragen werden kann. // Digitalisierung, BIM, 3D-Druck
  • In unserem Nachbarland Deutschland tut sich in Sachen BIM einiges. Einiges mehr, als hierzulande! So hat die deutsche Bundesarchitektenkammer kürzlich einen neuen BIM-Leitfaden veröffentlicht. Darin geht es um die reibungslose Einführung von BIM im Architekturbüro. Auf 80 Seiten beinhaltet der Leitfaden Themen wie Strategie bei der BIM-Einführung, Arbeitsabläufe, erforderliche Büroausstattung, juristische Aspekte und Fortbildungsmöglichkeiten. So einen Leitfaden sucht man auf den Webseiten der österreichischen Interessenvertretungen leider vergeblich: BIM für Architekten – Implementierung im Büro // BIM, Digitalisierung
  • Zwar ist dieser Artikel aus dem März diesen Jahres schon etwas älter, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt. Ein Erfahrungsbericht über die Einführung von BIM auf die harte Tour: A bigBIM Story // BIM, Digitalisierung

Links vom Wochenende ist eine liebevoll von Hand kuratierte Liste subjektiv empfehlenswerter (Hyper)Links ins Netz und erscheint (fast) immer Montags hier im MPM-Blog, also auch im Kalender auf der horizontalen Zeitachse gesehen links vom nächsten Wochenende 😉

Links vom Wochenende 44/2020

Ausgabe #17 // Woche 44/2020 // 26.10.2020

Das Internet war auch in den vergangenen Tagen wieder eine unerschöpfliche Quelle an Informationen. Die besten Fundstücke von meinen Streifzügen durch das Netz (nicht bloß) rund um’s Planen und Bauen verlinke ich hier:

  • Ein Start-Up aus den Oakland in Kalifornien druckt Häuser mit einem 3D-Drucker. Dafür verwenden die Amerikaner einen künstlichen Stein, das Light Stone Material (LSM), das nach Angaben des Unternehmens leistungsfähiger als Beton sein soll. Das Thermoset Composition wird während der Produktion wird mit UV-Licht bestrahlt, was den Aushärtungsprozess des Glas-Karbon-Faser-Materials beschleunigen und verbessern soll. 33 Quadratmeter können in 24 Stunden gedruckt werden, wobei 80% des Produktionsprozesses automatisch durchgeführt werden. Im Sortiment gibt es verschiedene Module und Größen, aus denen man sich ein Haus zusammenstellen kann: Mighty Buildings // Digitalisierung, 3D-Druck
  • BIM direkt auf der Baustelle mit AR sichtbar machen. Diesem Thema hat sich das Unternehmen GAMMA Technologies aus Luxemburg angenommen und dafür eine App für Smartphone und Tablets entwickelt: GAMMA AR // BIM, Digitalisierung
  • Mit der Fotoaufmaß-App des BKI können direkt aus dem Foto eines Bestandsgebäudes Maße entnommen werden, beispielsweise an der Fassade. Damit ist es möglich, die Planungssicherheit bei Sanierungs- und Umbauprojekten zu erhöhen. Die jüngste Version 10 der Software ist mit einer 3D-Funktion sowie einem DXF- und einem XLS(X)-Export ausgestattet: BKI-Fotoaufmaß 10 // Digitalisierung, Bestandsaufmaß
  • Das Statistische Bundesamt in Deutschland hat die Studierendenzahlen für Bauingenieurwesen aus dem Jahr 2019 ausgewertet. Weiterhin rückläufig ist die Zahl der Studienanfänger, zugleich ist der Frauenanteil unter den Studierenden im Bauingenieurwesen auf fast ein Drittel gestiegen und es haben mehr als 10.000 Studierende ihren Abschluss geschafft: 2019: Über 10.000 Bauingenieure absolvieren Studium // Ausbildung, Studium

Links vom Wochenende ist eine liebevoll von Hand kuratierte Liste subjektiv empfehlenswerter (Hyper)Links ins Netz und erscheint (fast) immer Montags hier im MPM-Blog, also auch im Kalender auf der horizontalen Zeitachse gesehen links vom nächsten Wochenende 😉