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App-Tipp: NepTunes

Alternative Musik-Player am Mac sind selten. Vermutlich, weil auch kaum Notwendigkeit dafür besteht, da die Apps von Apple Music, Spotify & Co. ihre Dienste ausreichend gut verrichten. NepTunes von Adam Rozynski versucht es dennoch und bietet ein paar Funktionen, die man in den etablierten Standardplayern so nicht findet.

In meinem Test lief NepTunes mit Apple Music. Mit Spotify habe ich die App nicht getestet, gehe aber davon aus, dass sie sich damit ähnlich verhält. Selbstverständlich kann man NepTunes auch mit beiden Musikstreamingdiensten parallel betreiben.

NepTunes ist über die Menüleiste erreichbar. Im Menüleistensymbol sieht man einen kleinen Dreizack, der an die Waffe des antiken römischen Gottes Neptun erinnert. Zusätzlich kann man ein Widget in verschiedenen Größen einblenden. Dieses Widget zeigt das Albumcover und den aktuellen Songtitel. Das Widget kann man in vier verschiedenen Größen konfigurieren und je nach Wunsch optisch über Themen gestalten. Diese Themen können in Bälde auch komplett selbst entwickelt und installiert werden (in der aktuellen Betaversion von NepTunes kann das schon ausprobiert werden). 

Über das Widget lässt sich die Wiedergabe steuern und durch vertikales Scrollen im Widgetbereich die Lautstärke regeln. Alle Wiedergabesteuerungen sowie das Aktivieren des gerade aktiven Musik-Players (Apple Music, Spotify, etc.) können in den umfangreichen NepTunes-Einstellungen mit Tastaturkurzbefehlen belegt werden. Ebenso das Bewerten von Musiktiteln. Auf Wunsch kann das Albumcover auch als Symbol im Dock, oder der aktuelle Titel in der Menüleiste angezeigt werden, sofern dort genügend Platz vorhanden ist.

Für Nutzer von Last.fm bietet NepTunes das direkte Scrobbling zum Webdienst. Es kann auch gleich eingestellt werden, ob der aktuelle Titel in der App des Musikstreamingdienstes oder auf Last.fm geöffnet werden soll. Wer übrigens NepTunes nur wegen seiner Last.fm-Funktionen verwenden will, kann die App über die entsprechenden Einstellungen zum Verstecken von Menüleistensymbol und mit deaktiviertem Widget zur Gänze komplett im Hintergrund laufen lassen.

Mit einem Klick auf das Menüleistensymbol der App ruft man eine Verlaufsliste der letzten fünf Songs auf. Leider kann man diese Liste nicht verlängern bzw. in dieser Liste weiter als die fünf letzten Songs in die Vergangenheit scrollen. Wählt man einen Song in der Liste aus, öffnet sich ein weiteres Menü daneben, in dem ähnliche Künstler aufgelistet werden. Eine durchaus sinnvolle Funktion, die auch gleich direkt in die Musik-App zum ausgewählten Künstler führt.

Die Widget-Funktion von NepTunes ist recht praktisch. Allerdings verfügt auch Apple’s Musik-App über einen so genannten MiniPlayer, der sich mit Option+Cmd+M oder einem Klick auf das Albumcover im Wiedergabebereich aktivieren lässt. Dieser MiniPlayer verhält sich ganz ähnlich wie das NepTunes-Widget und bietet darüber hinaus sogar noch ein paar Funktionen mehr. Beispielsweise eine Liste der nächsten Titel auf der Playlist, den Verlauf der letzten gehörten Songs, oder die Lyrics zum aktuellen Titel. Alles auf Wunsch zum ein- und wieder ausblenden. 

Für mich sind diese Funktionen völlig ausreichend und da ich kein Last.fm-Benutzer bin, bringt NepTunes für meinen Musikgenuss keinen Mehrwert.

Wer NepTunes ausprobieren möchte, sollte beachten dass dafür macOS 12 (Monterey) vorausgesetzt wird. Die App gibt’s im Mac App Store zum Download. Sie kann einen Monat lang kostenlos getestet werden und kostet danach im Abo 1,99 EUR pro Jahr für die nicht genauer spezifizierten Pro-Funktionen oder einmalig 9,99 EUR.

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