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Markdown für die Notizen-App mit ProNotes

Einer der größten Nachteile der Notizen-App von Apple ist meiner Meinung nach das Fehlen von Markdown. Doch das lässt sich mit der derzeit noch kostenlosen App ProNotes zumindest am Mac nachrüsten. Vom Funktionsumfang sollte man sich als Markdown-Fan allerdings nicht zu viel erwarten.

Plugin für die Textformatierung

ProNotes ist wie eine Art Plugin für die Notizen-App von Apple und verspricht primär eine bessere Textformatierung. Dazu bekommt man nach der Installation und Aktivierung der App ein neues Kontextmenü, die sogenannten ProNotes Bar. Die erscheint, sobald man eine Textstelle in einer Notiz markiert hat und der ausgewählte Text kann damit direkt formatiert werden. Schriftgrößen ändern, in eine Überschrift verwandeln, Fett- oder Kursivdruck, einen Link einfügen oder eine Aufzählung in eine Checkliste verwandeln sind damit per Mausklick möglich.

Einfache Markdown-Syntax

Das eigentliche Highlight der App ist aber weniger der ProNotes Bar, als vielmehr die Nutzung von Markdown in der Notizen-App, die ProNotes mitbringt. Es handelt sich dabei um paar wenige, aber wichtige Grundlagenfunktionen. Beispielsweise können nun Überschriften, Listen und Checklisten per Markdown-Formatierung direkt während dem Tippen eingegeben werden.

Hinsichtlich Listen unterstützt ProNotes sowohl Bulletpoint- als auch Spiegelstrich-Listen. Checklisten werden etwas untypisch ohne Leerzeichen zwischen den eckigen Klammern eingegeben. Und nummerierte Listen fehlen gänzlich, denn die werden ohnehin direkt bei der Eingabe schon erkannt.

Einschränkungen

Die eingegebene Markdown-Syntax wird unmittelbar beim Eintippen in das Rich-Text-Format der Notizen-App konvertiert. Ein Umschalten in den Quelltext-Modus, so wie man das von anderen Markdown-Editoren kennt, ist hier nicht möglich.

Der Markdown-Syntax von ProNotes fehlen noch einige Basisfunktionen wie beispielsweise das Einfügen von Zitaten, Bildern, Links oder Fußnoten via Markdown. Schmerzlich vermisst wird jedoch vor allem, dass Fett- oder Kursivdruck nicht über die entsprechenden Markdown-Formatierungszeichen definiert werden können. Und ProNotes bietet nur drei Überschriften-Ebenen. Mehr macht allerdings in der Notizen-App auch keinen Sinn, denn dort stehen von Haus aus nicht mehr als Titel, Überschrift und Unterüberschrift für die Strukturierung der Texte zur Verfügung.

Einstellungen

Öffnet man die App selbst, landet man sofort im Einstellungsdialog. Neben den macOS-typischen Optionen für das automatische Starten der App beim Login und dem ebenso automatischen Update-Check kann auch das Menüleisten-Icon ausgeblendet werden. Das spart nicht nur wertvollen Platz in der Menüleiste, sondern lässt die App völlig unsichtbar im Hintergrund ihre Dienste verrichten.

Einstellungsmöglichkeiten von ProNotes

Auf Wunsch kann man die ProNotes Bar – also die Formatierungsleiste – ausblenden und damit nur die Markdown-Funktionen verwenden. Das macht allerdings eher wenig Sinn, zumal die Markdown-Syntax von ProNotes, wie bereits oben erwähnt, ziemlich eingeschränkt ist und die ProNotes Bar somit eine sinnvolle Ergänzung darstellt.

Für das ProNotes Markdown können die einzelnen Formatierungsoptionen jeweils ein- bzw. ausgeschaltet werden. Eine individuelle Anpassung ist allerdings nicht möglich.

Schlussendlich kann auch die Plugin-Sprache eingestellt werden. Der Hinweis darunter verrät, dass es bei nicht identischer Einstellung mit der Sprache in der Notizen-App zu Problemen kommen kann. Daher ist diese Option eigentlich überflüssig.

Fazit

ProNotes schließt eine wesentliche Lücke in der Notizen-App von Apple, wenn auch mit gewöhnungsbedürftiger Interpretation von Markdown und in einer sehr eingeschränkten Markdown-Syntax. In Kombination mit der ebenfalls mitgelieferten Formatierungsleiste – der ProNotes Bar – ergeben sich aber durchaus praktische Möglichkeiten für eine flotte Textformatierung. Und vielleicht kommen noch weitere Markdown-Funktionen in einem zukünftigen Update.

Derzeit ist ProNotes von Dexter Leng noch kostenlos und läuft ab macOS 13. Von der Buy License-Schaltfläche rechts oben auf der Website sollte man sich nicht verwirren lassen.

Hinweis: Am 02.05.2024 hat ProNotes ein Update auf Version 0.4 bekommen und beherrscht seither auch die Markdown-Syntax für Zitate und Monostyle-Codeblöcke. Die Website wurde ebenfalls ein wenig optimiert. Die verwirrende Buy License-Schaltfläche rechts oben ist entfallen.

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