Projektmanagement
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Warum (k)ein Projektstrukturplan Sinn macht

Projekte sind per se keine Ansammlung von Routineaufgaben. Daher macht es Sinn, die einzelnen Arbeitspakete, die im Zuge des Projektes abzuarbeiten sind, zu definieren, zu strukturieren und zu beschreiben. Das Werkzeug dafür heisst Projektstrukturplan (kurz: PSP). Aber gerade bei (Hoch)Bauprojekten gibt es eine Vielzahl an Arbeitspaketen, die bei nahezu jedem Projekt hinsichtlich Leistungsumfang, Vorgangsweise und Teilprozessen immer wieder die selben sind (z.B. Vorentwurfsplanung, Entwurfsplanung, Kostenmanagement, etc.). Der Inhalt dieser Arbeitspakete (Leistungsumfang) ist in sog. Leistungsbildern und/oder Verträgen definiert, die im Rahmen des Projektes zwischen dem Projektauftraggeber und z.B. dem Architekten abgeschlossen werden. Insbesondere für die Arbeitspakete der Bauausführung werden die Beschreibungen erst im Zuge der Planungsphase in Form von Leistungsverzeichnissen erstellt und ist auch erst dann klar, aus welchen Arbeitspaketen sich die Bauausführung zusammensetzen wird. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil im Zuge der Planungsphasen z.B. Oberflächenmaterialien erst schrittweise definiert und festgelegt werden und somit zum Zeitpunkt der Projektvorbereitung unter Umständen noch gar nicht bekannt ist, ob überhaupt z.B. Holzfußböden als Arbeitspaket in der Bauausführung geplant und ausgeschrieben werden.

Für Bauprojekte gibt es in Österreich zudem eine genormte Grundstruktur, die in der Ö-Norm B 1801-1 festgeschrieben ist. Es gibt also eigentlich keinen Grund, für ein Bauprojekt einen Projektstrukturplan quasi neu zu erfinden, wenn man mit dieser genormten Struktur das Auslangen finden kann. Jedoch ist es unerlässlich, für die einzelnen Arbeitspakete zumindest die Verantwortlichkeiten, einen Verweis auf eine allfällige genauere Inhaltsbeschreibung (z.B. ein Leistungsbild für eine Planungsleistung) sowie den aktuellen Status in Form einer Tabelle im Projekthandbuch zu erfassen. Idealerweise ergänzt man diese Projektstrukturliste auch noch um eine Zuordnung der einzelnen Arbeitspakete zu den jeweiligen Projektphasen.

In der nachstehenden Abbildung habe ich ein einfaches Beispiel für einen Auszug aus einer Projektstrukturliste erstellt. Daraus ist ersichtlich, dass man diese Projektstrukturliste durchaus als Ersatz für einen Projektstrukturplan bei Bauprojekten einsetzen kann.

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