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WWDC-Wunschliste 2022

Lesedauer: 5 Minuten

Der Sommer naht. Und mit ihm die alljährliche World Wide Developer Conference von Apple. Das heizt die Gerüchteküche im Vorfeld natürlich wie jedes Jahr kräftig an. Das Potpourri reicht heuer von einem neuen MacBook Air in bunten Farben samt neuem M2-Chip über diverse neue Funktionen in den Betriebssystemen bis hin zur heiß erwarteten Apple-Brille. Ich fasse hier mal zusammen, was mir in den vergangenen Wochen besonders aufgefallen ist und stelle dann, wie auch in den letzten Jahren, meine persönliche WWDC-Wunschliste zusammen.

Generell führt Apple in der Keynote zur WWDC primär neue Funktionen in den Betriebssystemen und seiner Software vor. Ab und an ist es auch vorgekommen, dass im Zuge der WWDC-Keynote neue Hardware präsentiert wurde. Es gab an WWDC’s vergangener Jahre bereits iPads, HomePods und diverse Macs zu bestaunen. Zuletzt war das 2019 der Fall. Damals wurde der Mac Pro für „later this year“ angekündigt und ab Dezember dann auch ausgeliefert. Mal sehen, ob sich die hartnäckigen Gerüchte um ein neues, buntes MacBook Air mit M2-Chip tatsächlich bewahrheiten.

Apple’s Mixed Reality Brille

Rund um eine AR-bzw. VR-Brille von Apple ranken sich schon seit ein paar Jahren sagenhafte Geschichten. Zuletzt konnte man überall im Netz lesen, dass angeblich eine Präsentation vor dem Aufsichtsrat von Apple stattgefunden hat. Dort soll ein Modell der Brille vorgeführt worden sein, das wohl eher einer Skibrille ähnelt und mit dem die Benutzerreaktionen von der Innenseite der Brille mittels spezieller Kameras auf die Außenseite übertragen werden. Ein sogenanntes Mixed Reality Headset soll es also werden. Ein entsprechendes Patent hat Apple im April erhalten. Und jüngst gab es auch Leaks rund um das zugehörige Betriebssystem, oder besser gesagt, zu dessen Namen: realityOS wird es demnach wohl heißen und ist angeblich kürzlich erst durch eine Briefkastenfirma von Apple zur Markenanmeldung eingetragen worden, wie man auf der Website von 9to5mac nachlesen kann. Jedenfalls werden die Gerüchte rund um die Apple-Brille wenige Tage vor der WWDC immer dichter. Das kann durchaus als Zeichen gewertet werden, dass wir also bald etwas über das Headset erfahren werden.

macOS 13

Da beinhalten die Updates der Betriebssysteme, die auch traditioneller Weise zur WWDC präsentiert werden, schon deutlich weniger Überraschungen. Bei macOS werden dieses Jahr wenige und eher evolutionäre Verbesserungen erwartet. Spannend wird sicher, ob Apple Time Machine tatsächlich aktualisiert, so dass damit auch Sicherungen in der iCloud möglich werden. Derzeit können mit Time Machine Backups am Mac lediglich auf externen Datenträgern und Netzwerk-Laufwerken erstellt werden.

Der Name des diesjährigen Desktop-Betriebssystems soll angeblich aus der kalifornischen Bay-Area kommen. Da gab es auch schon wilde Gerüchte, aber auch witzige Ideen, wie beispielsweise macOS Alcatraz.

Neue Apps & Updates

Auch rund um neue Apps und Updates für bestehende Apps haben sich in den letzten Wochen die Gerüchte verdichtet. Angeblich wird es eine optionale App für klassische Musik von Apple geben. Das Layout soll an Primephonic angelehnt sein. Den Streaming-Dienst für klassische Musik hat Apple im Sommer 2021 gekauft und im September vom Netz genommen. Bereits damals wurde angekündigt, dass Apple auf Basis von Primephonic eine eigene App für das Streaming klassischer Musik herausbringen will. Nun soll es angeblich soweit sein.

Ansonsten wäre auch mal wieder ein Update für Mail und die Kalender-App an der Zeit. Beide Apps wurden in den letzten Jahren kaum beachtet. Gerade bei Mail gäbe es viel Potential. Und so eine kleine Wettervorschau im Kalender wäre auch eine nette Zusatzinformation.

Ein wenig Feinschliff könnten auch die Apps Erinnerungen und Notizen noch vertragen. So ist es bisher unverständlicher Weise nicht möglich, eine Datei einfach per Drag-and-drop an eine Aufgabe in Erinnerungen anzuhängen. Auch an eine Notiz kann man sich nicht erinnern lassen, weil man einzelne Notizen ebenfalls nicht an Aufgaben in Erinnerungen dranhängen kann. Schließlich wären auch ein paar mehr Formatierungsmöglichkeiten für Texte in Notizen fein, wie zum Beispiel farbiges Markieren von Textstellen.

Und dann gibt es da ja noch die seit letztem Jahr verbesserte Passwortmanager-Funktion, die sich entweder in den Systemeinstellungen oder am Mac auch in den Einstellungen zu Safari versteckt. Schön wäre es, wenn Apple hier eine eigene App spendiert und das Ganze mit den zugehörigen Teilen der Schlüsselbund-App von macOS kombiniert. Besonders die sicheren Notizen, die derzeit nur über die Schlüsselbund-App am Mac verwaltet und eingesehen werden können, wären in einer Passwort-App besser aufgehoben.

Auch der Leseliste in Safari könnte Apple etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Gerade weil es derzeit ein regelrechtes Wiederaufblühen der Read-it-later-Apps gibt. Vorstellbar wäre, dass die Leseliste eine eigenständige App wird, die als Eingangskorb für alle Artikel aus Safari und anderen News-Apps oder RSS-Reader-Apps dient. Selbstverständlich sollen dort gespeicherte Artikel mit Schlagworten versehen und in Ordnern strukturiert abgelegt werden können. Widgets und Teilen-Funktion verstehen sich natürlich von selbst, gleichermaßen wie eine Vorlesefunktion über Siri.

iOS & iPadOS 16

Für i(Pad)OS 16 (Codename Sydney) sind angeblich einige Neuerungen in der Pipeline. So soll es neben neuen Funktionen für die Benachrichtigungen und das Multitasking am iPad auch signifikante Verbesserungen in der Health-App und der Nachrichten-App geben. Ob Apple tatsächlich den SMS-Nachfolger RCS in die Nachrichten-App integrieren wird, bleibt eine interessante, aber offene Frage.

Auch der Sperrbildschirm am iPhone soll überarbeitete werden. Dort ist von Hintergrundbildern mit Widget-artigen Funktionen die Rede. Und iOS 16 soll zukünftig auch allways-on Sperrbildschirme am iPhone ermöglichen, ähnlich wie wir das bereits von der Apple Watch her kennen. Angeblich werden noch in diesem Jahr die neuen iPhone 14 Pro Modelle das auch hardwaretechnisch unterstützen.

Für das iPad besonders spannend fand ich die Ideen zu einem Pro-Modus in iPadOS, von dem Marc Gurman in seinem wöchentlichen Newsletter Mitte April berichtet hat. Dieser Pro-Modus könnte ein macOS ähnliches Multitasking mit sich überlagernden und von der Größe her anpassbaren Fenstern beinhalten. Ebenfalls wäre ein dynamisches Dock zum Ablegen von Dateien, Ordnern und minimierten Apps denkbar. Bei einem längeren Klick auf ein Icon im Dock könnte eine Vorschau angezeigt werden. Ebensolche Funktionen wären auch auf einem flexibleren Home-Screen wünschenswert, nebst Widgets, die auch für Musik oder Taschenrechner direkt als Mini-Apps bedienbar sind.

Was in diesem Jahr für iPadOS so ziemlich als gesetzt gilt, ist eine deutliche Verbesserung der Unterstützung für externe Bildschirme am iPad. Und wenn man am iPad direkt auch externe Festplatten und USB-Sticks formatieren könnte, dann wäre das eine schöne Abrundung für den Pro-Modus.

Und wie jedes Jahr wird es sicher auch heuer wieder Updates für watchOS und tvOS geben, so berichten jedenfalls gut informierte Kreise 😉

Es bleibt spannend …

Auf alle Fälle wird es in der kommenden Woche wieder einmal eine spannende WWDC geben und hoffentlich wird trotz der vielen Gerüchte und Leaks noch die eine oder andere Überraschung dabei sein. Hätte ich in diesem Jahr drei Wünsche für neue Funktionen bzw. Updates anlässlich der WWDC frei, dann wären das meine persönlichen Favoriten:

  • Musik-App: Ich würde gerne einzelne Alben in meiner Mediathek oben anpinnen können, so wie das auch in der Notizen-App mit einzelnen Notizen möglich ist.
  • Erinnerungen-App: Diese App habe ich täglich im Einsatz und würde gerne einfach per Drag-and-drop Dateien oder Notizen an Aufgaben anhängen können.
  • Time Machine: Einfache, automatische Backups mit der schönen Timeline-Funktion in die Cloud (zumindest in die iCloud, gerne aber auch nach Dropbox, OneDrive & Co.) wären eine ganz feine Sache. Aber bitte nicht nur für den Mac!

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