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Obsidian Plugins – weniger ist mehr

Der leistungsfähige Markdown-Editor Obsidian verdankt einen guten Teil seiner Leistungsfähigkeit den flexiblen Anpassungs- und Erweiterungsmöglichkeiten durch Plugins. Erst damit lässt sich Obsidian für nahezu jeden Zweck vom reinen Texteditor bis hin zu einem produktiven Denk- und Wissensmanagementsystem ausbauen. Allerdings birgt das auch die Gefahr, dass Obsidian zu einer Prokrastinationsfalle werden kann. Daher gilt bei der Auswahl der Plugins in Obsidian das Mies van der Rohe’sche Prinzip weniger ist mehr.

Warum und wozu Erweiterungen?

Erweiterungen – sogenannte Plugins – sind ein wesentlicher Bestandteil von Obsidian. Dadurch kann man mit Obsidian nicht nur komfortabel Texte in der Markdown-Syntax verfassen, sondern darüber hinaus Obsidian als Datenbank und für das persönliche Wissensmanagement nutzen, oder einen vollwertigen Aufgabenmanager daraus machen.
Grundsätzlich wird zwischen Erweiterungen, die direkt in Obsidian eingebaut sind und jenen von Drittanbietern aus der Community – sogenannten Community-Plugins – unterschieden.

Derzeit ist Obsidian mit 27 Erweiterungen aus eigenem Haus ausgestattet. Einige davon haben eigene Einstellungsmöglichkeiten, beispielsweise für die Graphansicht, die tägliche Notiz oder die Canvas-Funktion.

Externe Erweiterungen werden von Drittanbietern aus der ständig wachsenden Obsidian-Community entwickelt und gewartet. Obsidian stellt dafür eine API zur Verfügung. Derzeit gibt es rund 1.150 Community-Plugins. Man kann sie entweder direkt in der App über den Einstellungsdialog herunterladen und installieren, oder über die Obsidian-Website. Einen guten Überblick, welche Plugins gerade ein Update erhalten haben, oder welche neu sind, bietet die Webseite Obsidian Plugin Stats.

Es ist durchaus ein spannender Ansatz, Obsidian ohne Erweiterungen aus der Community und nur mit den Plugins, die mit Obsidian mitgeliefert werden, zu betreiben. Ich zähle mich auch am Mac und meinen iOS-Geräten zu denjenigen, die versuchen, möglichst viel mit den vorinstallierten Bordmitteln zustande zu bringen. Apps von Drittanbietern werden nur dann installiert, wenn der jeweilige Zweck mit Bordmitteln gar nicht oder nur umständlich erreicht werden kann. Grundsätzlich halte ich das in Obsidian genauso, allerdings entfaltet Obsidian seine ganze Stärke erst durch oder mit der einen oder anderen Community-Erweiterung.

Was sich in meinem Vault tummelt

Aktuell habe ich in meinem Vault 18 Obsidian-Erweiterungen aktiviert und die nachstehend kurz beschriebenen zehn externen Erweiterungen installiert:

  • Book Search: Zum Anlegen von Buchnotizen sucht dieses Plugin vorher in den Erweiterungseinstellungen definierbare Metadaten zum jeweiligen Buch und packt diese in einer ebenfalls vorher konfigurierbaren Notizvorlage beispielsweise in den YAML-Header bzw. neuerdings in die Properties.
  • Calendar: Mit diesem Plugin kann man einen Monatskalender in der Seitenleiste anzeigen. Klickt man auf einen Tag in dieser Monatsansicht, öffnet sich die zugehörige tägliche Notiz oder wird angelegt, wenn sie noch nicht vorhanden ist.
  • Dataview: Ein gewaltig umfangreiches Plugin, das aus Obsidian eine Datenbank im Markdown-Format macht. Ich nutze Dataview für mehrere Zwecke. Unter anderem auch für eine Leseliste, indem alle Buchnotizen nach den Metadaten durchsucht werden, die zuvor mit Book Search eingetragen wurden. Dataview stellt dann die gefundenen Notizen übersichtlich in einer Tabelle oder Liste dar und sortiert je nach Suchkriterien.
  • Editor Syntax Highlight: Dieses Plugin stellt Code in Notizen farbig dar. In Wahrheit brauche ich das selten bis nie, aber wenn, dann ist es praktisch.
  • ibook: Beim Lesen mache ich mir häufig Notizen oder markiere Textstellen direkt im E-Book auf meinem iPad oder iPhone in der Bücher-App von Apple. Mit diesem Plugin kann ich dann alle Markierungen und Notizen aus dem Buch in Obsidian in eine Notiz importieren.
  • LanguageTool Integration: Dieses Plugin ist eigentlich selbsterklärend und läuft quasi unsichtbar im Hintergrund. Es dient der Rechtschreibungs- und Grammatikprüfung.
  • Periodic Notes: Für tägliche Notizen gibt es eigentlich eine Erweiterung von Obsidian direkt, die im Standardlieferumfang der App enthalten ist. Wenn man allerdings auch wöchentliche, monatliche, oder – wie in meinem Fall – quartalsweise Notizen anlegen möchte, dann ist dieses Plugin dafür bestens geeignet. Es stammt übrigens vom selben Entwickler, wie das bereits erwähnte Calendar-Plugin.
  • Tasks: Eines der wichtigsten Plugins in meinem Vault ist Tasks. Damit bewerkstellige ich das Aufgabenmanagement und platziere über eine Abfrage eine Aufgabenliste in der täglichen Notiz.
  • Templater: Vorlagen sparen Zeit und da kommt Templater ins Spiel. Mit diesem Plugin kann man vielfältige Vorlagen erstellen und dabei mit Platzhaltern arbeiten, die dann beim Anlegen einer neuen Datei ausgefüllt werden – beispielsweise mit dem Dateinamen für die erste Überschrift oder dem Datum des Erstellungszeitpunktes der Datei. Allerdings verfügt Obsidian auch mit Bordmitteln über die Vorlagen-Erweiterung über eine ähnliche Funktion. Alles was Datumsangaben und die zugehörige Automation beim Neuanlegen von Notizen betrifft, kann mit diesem vorinstallierten Plugin bereits gut bewerkstelligt werden. Daher hat Templater in meinem Vault voraussichtlich demnächst ein Ablaufdatum.
  • Update time on edit: Der Name ist zwar etwas sperrig, aber die Funktion einfach und gleichermaßen genial. Das Plugin fügt in jede Notiz jeweils Datum und Uhrzeit für den Erstellungszeitpunkt der Datei und für den letzten Bearbeitungszeitpunkt im YAML-Frontmatter bzw. in den Properties ein. Sobald man eine Datei erneut bearbeitet, aktualisiert das Plugin automatisch den Bearbeitungszeitpunkt.

Fazit

Mit den richtigen Plugins samt den zugehörigen Einstellungen und dem Wissen, wie man die Plugins einsetzt, kann man mit Obsidian so gut wie alles machen. Jedoch sollte man beachten, dass zu viele externe Plugins Obsidian durchaus auch langsam und schwerfällig machen können, oder gar zum Fehlverhalten der App führen können. Deshalb ganz auf externe Erweiterungen zu verzichten, wäre eigentlich schade, denn Obsidian entfaltet sein ganzes Potenzial eben erst durch die Nutzung von Plugins. Daher gilt bei der Auswahl und beim Installieren von Plugins in Obsidian die eingangs erwähnte Grundregel weniger ist mehr.

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