Neueste Artikel

Links vom Wochenende 44/2020

Ausgabe #17 // Woche 44/2020 // 26.10.2020

Das Internet war auch in den vergangenen Tagen wieder eine unerschöpfliche Quelle an Informationen. Die besten Fundstücke von meinen Streifzügen durch das Netz (nicht bloß) rund um’s Planen und Bauen verlinke ich hier:

  • Ein Start-Up aus den Oakland in Kalifornien druckt Häuser mit einem 3D-Drucker. Dafür verwenden die Amerikaner einen künstlichen Stein, das Light Stone Material (LSM), das nach Angaben des Unternehmens leistungsfähiger als Beton sein soll. Das Thermoset Composition wird während der Produktion wird mit UV-Licht bestrahlt, was den Aushärtungsprozess des Glas-Karbon-Faser-Materials beschleunigen und verbessern soll. 33 Quadratmeter können in 24 Stunden gedruckt werden, wobei 80% des Produktionsprozesses automatisch durchgeführt werden. Im Sortiment gibt es verschiedene Module und Größen, aus denen man sich ein Haus zusammenstellen kann: Mighty Buildings // Digitalisierung, 3D-Druck
  • BIM direkt auf der Baustelle mit AR sichtbar machen. Diesem Thema hat sich das Unternehmen GAMMA Technologies aus Luxemburg angenommen und dafür eine App für Smartphone und Tablets entwickelt: GAMMA AR // BIM, Digitalisierung
  • Mit der Fotoaufmaß-App des BKI können direkt aus dem Foto eines Bestandsgebäudes Maße entnommen werden, beispielsweise an der Fassade. Damit ist es möglich, die Planungssicherheit bei Sanierungs- und Umbauprojekten zu erhöhen. Die jüngste Version 10 der Software ist mit einer 3D-Funktion sowie einem DXF- und einem XLS(X)-Export ausgestattet: BKI-Fotoaufmaß 10 // Digitalisierung, Bestandsaufmaß
  • Das Statistische Bundesamt in Deutschland hat die Studierendenzahlen für Bauingenieurwesen aus dem Jahr 2019 ausgewertet. Weiterhin rückläufig ist die Zahl der Studienanfänger, zugleich ist der Frauenanteil unter den Studierenden im Bauingenieurwesen auf fast ein Drittel gestiegen und es haben mehr als 10.000 Studierende ihren Abschluss geschafft: 2019: Über 10.000 Bauingenieure absolvieren Studium // Ausbildung, Studium

Links vom Wochenende ist eine liebevoll von Hand kuratierte Liste subjektiv empfehlenswerter (Hyper)Links ins Netz und erscheint (fast) immer Montags hier im MPM-Blog, also auch im Kalender auf der horizontalen Zeitachse gesehen links vom nächsten Wochenende 😉

Erinnerungen kritzeln

In iPadOS 14 hat Apple einer alten Funktion neues Leben eingehaucht: der Handschrifterkennung. Im neuen Betriebssystem heißt diese Handschrifterkennung jetzt Scribble bzw. auf Deutsch Kritzeln. Besitzer eines Apple Newton aus den 1990er-Jahren werden sich noch gut daran erinnern. Denn der Newton (eigentlich Message Pad, weil Newton hieß damals das Betriebssystem dieses Geräts) konnte das schon recht gut.

Am iPad ist diese Funktion nun seit Version 14 von iPadOS wieder mit an Bord. In der Notizen-App kann man Scribble recht vielfältig nutzen. Zum einen werden von Hand gezeichnete Formen wie Kreise, Dreiecke und Rechtecke in geometrisch einwandfreie Figuren umgerechnet. Zum anderen kann man handschriftliche Notizen über den neuen Kontext-Menübefehl „Als Text kopieren“ in maschinenlesbaren Text umwandeln.
An anderen Stellen wartet die Scribble-Funktion ebenfalls auf handschriftliche Eingaben mit dem Apple Pencil. Zum Beispiel in Suchfeldern und im Adressfeld von Safari zur Eingabe von Suchbegriffen oder Webadressen.

Apple stellt diese Funktion auch Entwicklern zur Integration in deren Apps zur Verfügung. Deshalb tummeln sich derzeit viele Apps im App-Store, die diese Funktion bereits implementiert haben. Aber auch Apples hauseigene Apps können damit umgehen. In Erinnerungen, der vielfach unterschätzten Aufgabenliste, klappt mit Scribble nicht nur die Eingabe von Suchbegriffen, sondern auch das Anlegen neuer Aufgaben. Dazu muss man einfach nur irgendwo in der Erinnerungen-App in einem freien Bereich mit dem Stift zu schreiben beginnen und schon werden die handgeschriebenen Buchstaben erkannt und in Text umgewandelt, der automatisch als neue Aufgabe interpretiert wird.

Bei aller Begeisterung würde ich allerdings lange Texte mit der Scribble-Funktion nicht unbedingt schreiben wollen. Zum einen schreibe ich seit meiner Mittelschulzeit in Blockbuchstaben, wie es sich für einen Bauingenieur gehört ;-). Und Scribble tut sich mit Blockbuchstaben (und meiner Sauklaue) dann doch recht schwer. Zum anderen ist die Unterstützung der deutschen Sprache in der Scribble-Funktion noch etwas rückständig. Deshalb kann man auf einem iPad, auf dem Deutsch als Systemsprache eingestellt ist, Scribble auch nur über einen kleinen Umweg aktivieren. Zuerst in den Einstellungen unter „Allgemein“ > „Tastatur“ > „Tastaturen“ eine englische Tastatur hinzufügen. Dann erscheint ebenfalls in den Einstellungen unter „Apple Pencil“ die Einstellmöglichkeit „Kritzeln“, die man nun aktivieren kann. Es ist empfehlenswert, das interaktive Tutorial unter „Kritzeln ausprobieren“ durchzuspielen, damit man die Funktionsweisen genauer verstehen kann. Auch wenn Scribble noch viel Entwicklungspotential hat, so bietet diese Funktion am iPad eine intuitive Methode zur Texteingabe mit Stift und man muss den Stift nun nicht mehr aus der Hand legen oder irgendwie zwischen den Fingern einklemmen, während man über die Bildschirmtastatur eine Eingabe tippt.

Buch-Tipp: Psychologisches Projektmanagement

Projekte sind nicht nur einmalige, zeitlich begrenzte, interdisziplinäre und komplexe Vorhaben, sie sind vor allem auch eines: soziale Systeme. Genau darum geht es im neuen Buch über Psychologisches Projektmanagement von Leif Rogell.

Das Buch beginnt mit einer Einführung in das Projektmanagement und die Entstehung moderner Projektmanagementmethoden. In den darauf folgenden Kapiteln geht es um Projektteams, wie sie funktionieren, welche Gruppenrollen und -normen es in Projektteams gibt, bis hin zu Motivation, Störfaktoren und Beziehungen in Projektteams.
Im zweiten Teil des Buches werden unter anderem Themen wie Projektkultur und Leadership für Projektleiter näher beleuchtet. Ein interessantes Kapitel über virtuelle Projektteams bildet den Abschluss.
Am Ende eines jeden Kapitels fasst der Autor kurz und knackig die wesentlichen Aspekte zusammen.

Besonders gut gefallen hat mir beim Lesen des Buches das Rollenverständnis eines Projektmangers im Sinne eines servant Leaderships im Konnex mit der Besonderheit, dass Projektmanager Verantwortung für das jeweilige Projekt und das Projektteam übernehmen, meist jedoch ohne unternehmensorganisatorisch mit Weisungsbefugnissen resp. Autorität ausgestattet zu sein. Daher ist es durchaus wichtig, dass ein Projektmanager darüber bescheid weiß, wie ein Projekt als soziales System funktioniert, um sein Projektteam optimal unterstützen zu können und die eigene Rolle im Projektteam im Sinne eines servant Leadership auszufüllen.

Das 252 Seiten umfassende Buch richtet sich an Projektmanager und Führungskräfte, die die Menschen und Teams besser verstehen möchten.
Es ist im BoD-Verlag erschienen, im gut sortierten Fachhandel, auf der Website des Autors oder jener des Verlages und in allen sonstigen Online-Buchhandlungen erhältlich.

Links vom Wochenende 40/2020

Ausgabe #16 // Woche 40/2020 // 28.09.2020

Diese Ausgabe ist iPad-lastig. Leserinnen und Leser dieses Blogs kennen ja meine Begeisterung für den Tablet-Computer von Apple. Und weil die jüngste Version von iPadOS 14 doch einige Neuerungen bringt, habe ich mal die Videos, Webseiten und Podcasts, die mir am besten gefallen haben, hier zusammengefasst:

  • Der ehemalige Apple-Entwickler Matthew Cassinelli hat Anfang September eine umfassende Bibliothek mit 300 Kurzbefehlen für iOS und iPadOS ins Netz gestellt. Da sind einige spannende Shortcuts mit dabei, die das (Arbeits)Leben durchaus erleichtern können: Shortcuts Catalog
    // iPad, Kurzbefehle
  • Irgendwann im Sommer bin ich auf den noch recht jungen Newsletter Tablet Habit von Jeff Perry gestoßen. Jeff Perry nutzt sein iPad als einzigen Computer auch für seine Arbeit. Dieser radikale Ansatz ist zwar nicht neu, aber dennoch sind die Geschichten, die er darüber zu berichten hat, immer wieder interessant: Tablet Habit – The Quintessential iPad Newsletter
    // iPad, Newsletter
  • Zum Abschluss noch etwas für die Ohren: In der Folge 92 des iPad-Podcasts iPad Pros spricht Tim Chaten ausführlich mit zwei Gästen über das neue iPad Air und andere Produktvorstellungen aus der letzten Apple-Keynote im September: September 2020 Event with Jeff Perry and Matt Birchler
    // iPad, Podcast

Links vom Wochenende ist eine liebevoll von Hand kuratierte Liste subjektiv empfehlenswerter (Hyper)Links ins Netz und erscheint (fast) immer Montags hier im MPM-Blog, also auch im Kalender auf der horizontalen Zeitachse gesehen links vom nächsten Wochenende 😉

Neue Funktionen für Erinnerungen

Apple hat die neuesten Versionen der Betriebssysteme für iPhone und iPad vor knapp einer Woche veröffentlicht. Die Liste der neuen Funktionen für das iPad ist zwar diesmal in Summe recht überschaubar, dennoch sind bei iPadOS 14 ein paar Verbesserungen in der Erinnerungen-App mit an Bord.

Angenehmere Eingabe

Was sofort auffällt, ist das neue gestaltete Informationsfenster mit den Details zu einer Aufgabe, das deutlich aufgeräumter und übersichtlicher wirkt. Das macht die Eingaben beim Anlegen einer neuen Aufgabe in der neuen Version um einiges angenehmer. Auch die Auswahl eines Fälligkeitsdatums wurde vereinfacht. Anstelle der aus alten iOS-Versionen stammenden, umständlichen und schon recht angestaubten Rollen bewerkstelligt man das nun mit einem Klick in einer übersichtlichen Kalenderauswahl. Die Auswahl der Uhrzeit ist allerdings noch gewöhnungsbedürftig. Apple hat diese Designelemente übrigens auch an allen anderen Stellen in iPadOS 14 eingebaut.

Mehr Intelligenz

In Mail erkennt die Erinnerungen-App nun mögliche Aufgaben und macht dazu Vorschläge anhand vorheriger Aufgaben, die man aus Mail angelegt hat. Zudem werden auch Vorschläge zur Orten und Terminen unterbreitet.
Am iPhone ist es mit iOS 14 möglich, eine neue Aufgabe ohne vorherige Auswahl einer Liste gleich über den Plus-Button links unten anzulegen. Man bekommt dann gleich von der App mögliche Listen vorgeschlagen, in die man die neue Aufgabe einsortieren kann.

Verbesserte Seitenleiste

Apple hat der Erinnerungen-App mit iPadOS 14 (und natürlich auch in iOS 14) zusätzliche Funktionen für die Seitenleiste spendiert. Dort kann man die seit letztem Jahr bekannten voreingestellten, intelligenten Listen ein- und ausblenden, sowie deren Anzeigereihenfolge umsortieren.
Zu den bereits bekannten intelligenten Listen „Heute“, „Markiert“, „Geplant“ und „Alle“ ist die Liste „Mir zugweisen“ neu hinzugekommen, mit der man Aufgaben im Blick behält, für die man als Verantwortlicher auserkoren wurde. Standardmäßig ist diese Liste jedoch ausgeblendet und muss erst über die neuen Einstellmöglichkeiten der Seitenleiste aktiviert werden.

Verantwortlichkeiten zuordnen

In Aufgabenlisten, die man mit anderen Personen teilt, können Aufgaben nun einer Person zugeordnet werden. Das Zuteilen einer Aufgabe an mehrere Personen ist – vernünftiger Weise – nicht möglich. Bei diesen zugeordneten Aufgaben erscheint dann rechts neben dem Aufgabentext ein kleines Bild oder die Initialen der verantwortlichen Person. Die zugeordneten Aufgaben findet man dann auch in der neuen „Mir zugewiesen“-Liste der jeweils verantwortlichen Person. Diese Funktion erweitert die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und ist für Projektteams überaus nützlich, die sich eine oder mehrere Aufgabenlisten zum gemeinsamen Projekt teilen.

Kleine, aber feine Details

Hier und da ein paar kleinere und durchaus feine Ergänzungen kann man in der aktuellen Erinnerungen-App ebenfalls entdecken. Zum Beispiel gibt es ein überarbeitetes Design für das Icon für Ordner bzw. Listengruppen. Durch das Entfernen der grauen Füllung wirkt das Icon nun optisch leichter. Für das Gestalten der eigenen Listen können zusätzliche Icons und auch Emojis verwendet werden. Mehrere ausgwählte Aufgaben können auf einmal markiert, in eine andere Liste verschoben, einer verantwortlichen Person zugeordnet oder mit einem Erinnerungszeitpunkt versehen werden. Die Suchfunktion findet jetzt auch Texte in den Notizen zu einer Aufgabe, sowie Orte und zugewiesene Personen.

Es gibt immer Luft nach oben

In Summe ist das Update, das die Erinnerungen-App mit iPadOS 14 erhalten hat, ganz gelungen und in Ordnung, wenngleich nicht berauschend. Generell ist Apple in diesem Jahr bei iPadOS nicht besonders großzügig gewesen, was neue Funktionen und Verbesserungen betrifft. Ein paar durchaus auch notwendige Funktionen fehlen der Erinnerungen-App unter iOS und iPadOS 14 nach wie vor. Beispielsweise eine Sortierfunktion, mit der man Aufgaben in einer Liste nach dem Fälligkeitsdatum auf- oder absteigend anzeigen kann. Oder das Anhängen von Dateien an Aufgaben. Das klappt derzeit nur mit Bildern, aber ein PDF kann man nicht so ohne weiteres und schon gar nicht per Drag&Drop einfügen. Dazu braucht’s dann schon einen Workaround über einen Kurzbefehl, der den Dateipfad ausliest und über eine X-callback-URL verfügbar macht, die man dann in das URL-Feld der Aufgabe eintragen kann. Schließlich wäre es schön, wenn man auch selber intelligente Listen nach eigenen Kriterien anlegen könnte. Und vielleicht gibt‘s ja eines Tages sogar noch eine systemweite Tastenkombination zum Anlegen neuer Aufgaben.