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Drei Wünsche für iPadOS 14

In gut zwei Wochen ist WWDC. Neben der mittlerweile traditionellen iPhone-Keynote im September ist die WWDC das wichtigste Apple-Ereignis des Jahres. Heuer findet die WWDC allerdings etwas später statt, als in den Jahren zuvor. Und anders, nämlich als reine online-Konferenz. Aber egal in welchem Format die WWDC stattfindet, die Erwartungen sind – wie jedes Jahr – hoch. Und so kurz davor mehren sich die Gerüchte und angebliche Leaks aus Quellcodes. Höchste Zeit also, auch die eigenen Erwartungen an die nächste Version des Betriebssystems für das iPad etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Und da gibt es einiges, was vor allem für den professionellen Einsatz noch nachgebessert und nachgereicht werden muss! Hätte ich drei Wünsche frei, dann lägen mir die nachfolgend angeführten Funktionen für iPadOS 14 besonders am Herzen:

Intelligente Ordner (smart folders)

Am Mac gibt‘s die intelligenten Ordner schon seit Mac OS X 10.4 Tiger, also seit 2005. Und bisher haben sie den Weg auf‘s iPad noch nicht gefunden. Was sehr schade ist, denn gerade in Mail sind sie eine tolle Möglichkeit, um mit ein paar (verschachtelten) Filterkriterien etwas mehr Struktur in die Ablage zu bringen. Auch in der Erinnerungen-App fehlen die intelligenten Ordner, mit denen man quasi in smarten Listen Aufgaben nach eigenen Kriterien filtern und zusammenstellen kann. Weitere Einsatzmöglichkeiten für diese Funktion in iPadOS analog zu macOS sind in der Dateien-App (z.B. als gespeicherte Suchergebnisse), der Fotos-App (z.B. als intelligente Alben, in denen Fotos angezeigt werden, die gewisse Kriterien erfüllen) und der Musik-App (z.B. als smarte Playlisten) gut vorstellbar.

Systemweite Tastatur-Kurzbefehle

Mal schnell mit einer Tastenkombination ein Eingabefeld für eine neue Aufgabe aufrufen, egal in welcher App man gerade arbeitet. Oder die Bildschirmhelligkeit einstellen. Oder einen Kurzbefehl ausführen, ohne dafür den Teilen-Dialog aufrufen zu müssen. Es gäbe viele Situationen, in denen systemweite Tastatur-Kurzbefehle der einfachere, elegantere und nicht zuletzt auch raschere Weg ans Ziel wären. Und natürlich könnte man sich in einem idealen iPadOS 14 die eigenen Tastatur-Kurzbefehle selbst in den Systemeinstellungen konfigurieren.

Videokonferenz-Multitasking

Die letzten Monate haben es deutlich gemacht: Videokonferenzen spielen eine wesentliche Rolle bei der Digitalisierung der Arbeits- und Bildungswelt. Deshalb sind verlässliche und sichere Apps für Videokonferenzen auch am iPad von Bedeutung. Allerdings sind genau diese Apps dort nur begrenzt einsetzbar. Zum einen, weil ihnen ihre Hersteller nicht den Funktionsumfang ihrer großen Geschwister am Mac und PC spendieren und zum anderen, weil Apple das Multitasking unter iPadOS stark einschränkt. So ist es beispielsweise nicht möglich, während einer laufenden Videokonferenz mit MS Teams, Cisco‘s Webex oder Skype in eine andere App zu wechseln, ohne die eigene Bildübertragung dadurch zu unterbrechen. Wäre schön, wenn das mit iPadOS 14 verbessert werden würde und dann Videokonferenzen mit Bildübertragung auch im Split View, im Slide Over oder gar mit Picture in Picture möglich sind. Letzteres ist aktuell nur mit Apple‘s eigenem Face Time möglich.

Natürlich ginge die Wunschliste auch noch weiter, aber man soll ja nicht unverschämt sein. Trotzdem wären mehr und verlässlichere Sortiermöglichkeiten für Aufgabenlisten in der Erinnerungen-App, Tabs in der Dateien-App (wie im Finder am Mac), granularere Einstellmöglichkeiten für Signaturen in Mail oder das lange ersehnte Ablegen von Dateien und Ordnern am Homescreen großartig. Und ein besonderes Schmankerl wäre dann noch ein stark verbesserter Support für externe Displays. Das Tüpfelchen auf dem i wäre eine Funktion zum Speichen von Spaces mit App-Fensteranordnungen als Favoriten, die dann mit Kurzbefehlen aufrufbar gemacht werden können.

Wie gesagt, die Erwartungen sind hoch. Zugleich auch wieder nicht, denn eigentlich sind das alles keine disruptiven Veränderungen oder revolutionär neue Funktionen, sondern vielmehr alles Dinge, die es am Mac schon lange gibt und die in einem professionellen iPadOS 14 eigentlich nicht mehr länger fehlen dürfen.

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